Der Forschungsschwerpunkt Konflikt- und Kooperationsstrukturen in Osteuropa (FKKS) wurde am 18. Mai 1992 an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main gegründet. Von Oktober 1993 bis Dezember 2009 war er am Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung (MZES) angesiedelt. Er war bis 2005 auch an dem Lehrstuhl für Politische Wissenschaft und Zeitgeschichte an der Universität Mannheim beheimatet.

Zielsetzung

Der Forschungsschwerpunkt befaßt sich mit Problemen der gesellschaftlichen Transformation der ostmitteleuropäischen und postsowjetischen Staaten nach dem Zusammenbruch der kommunistischen Parteiherrschaft. Der FKKS konzentriert sich in seiner Arbeit in ausgewählten Fällen und im systematischen Vergleich auf die Entstehung von Konflikten, die Eskalation von Konflikten bis zur gewaltsamen und kriegerischen Austragung sowie auf Beispiele friedlicher Konfliktregulierung, die zur Entwicklung von kooperativen Strukturen zwischen den sozialen und nationalen Gruppierungen und zwischen den Staaten im östlichen OSZE-Raum führt.

Forschungsgebiete

Die Forschung am FKKS widmet sich insbesondere denjenigen Konflikt- und Kooperationsstrukturen in einzelnen Ländern Ostmittel- und Osteuropas, die internationale Verwicklungen und Weiterungen hervorrufen können. Konflikt und Kooperation in Ostmittel- und Osteuropa werden am FKKS vorrangig in vier Politikfeldern untersucht:

  • Nationalitätenpolitik einzelner Staaten und im Vergleich
  • Außen- und Sicherheitspolitik einzelner Staaten sowie in der Integrationskonkurrenz Brüssels und Moskaus
  • Staatliche und sozioökonomische Ordnungspolitik im Zusammenhang des Nations- und Staatsbildungsprozesses
  • Umwelt- und Energiepolitik im Zusammenhang des Nations- und Staatsbildungsprozesses und der internationalen Kooperation

Forschungsergebnisse und -kooperation

Der FKKS baut auf langjährige Erfahrungen in der Osteuropaforschung auf. Zahlreiche Forschungsprojekte wurden bzw. werden durch die DFG, die VolkswagenStiftung und andere Organisationen gefördert. In den vergangenen Jahren wurde ein Stamm junger Nachwuchsforscher herangebildet, die Forschungsarbeiten über die gesellschaftliche Entwicklung in der Sowjetunion und ihren Nachfolgestaaten sowie in Ostmitteleuropa durchführen.

Für die Forschung konnten umfangreiche Bibliotheksbestände aufgebaut werden, die Bücher, Zeitschriften, Zeitungen, Statistiken, Dokumente und graue Literatur überwiegend in deutscher, englischer, russischer, ukrainischer, belarussischer, slowakischer und tschechischer Sprache umfassen. Insgesamt enthalten die Bibliotheken rund 4000 ostsprachige Bände und etwa 200 Periodika aus Ostmittel- und Osteuropa.

Der FKKS unterhält gute Kontakte zu wissenschaftlichen Osteuropa-Instituten in der Bundesrepublik.

Anschrift

Prof. Dr. Egbert Jahn

Mannhheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung
A5, 6
D-68131 Mannheim
Telefon: 0621 181-2842

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